Fast täglich entsteht auf der Wormser Straße ein Stau, der die Fahrzeiten auf der Strecke für viele Autofahrer verlängert und eine Belastung für die Anwohner darstellt. Möglichkeiten sollen geprüft werden, um einen besseren Verkehrsfluss auf der zentralen West-Ost-Verbindung zu erreichen.


Nachmittags und am frühen Abend - das sind die Zeiten, zu denen der Verkehr auf der Wormser Straße stadteinwärts ins Stocken kommt. Fast täglich entsteht ein Stau, der die Fahrzeiten auf der Strecke für viele Autofahrer verlängert und eine Belastung für die Anwohner darstellt.

Diese Situation sieht die CDU-Fraktion als aktuell wichtigste Aufgabenstellung in der Verkehrsplanung in Bensheim an. Möglichkeiten sollen geprüft werden, um einen besseren Verkehrsfluss auf der zentralen West-Ost-Verbindung zu erreichen.

Punktuelle Änderungen an der Ampelschaltung sind vor einiger Zeit schon erfolgt, um dem Rückstau entgegen zu wirken: Die Anlage an der Kreuzung zur Fabrikstraße wurde nachjustiert. Unter anderem sollte das System seltener die Grünphase vorzeitig abbrechen, wenn ein bestimmtes Fahrverhalten der Verkehrsteilneher beobachtet wird.

„Eine spürbare Verbesserung hat sich allerdings nicht ergeben, deshalb hat sich die CDU an Hessen Mobil gewandt, um weitere Optionen für Lösungen in Erfahrung zu bringen“, berichtet Stadtverordneter Tobias Heinz. Die Behörde ist zuständig für Planung, Bau und Unterhaltung der Lichtsignalanlagen auf der Bundesstraße, während die Stadt die rechtlichen Anordnungen vornimmt.

Die Ampeln im Verlauf der B47 bzw. B3 zwischen der Autobahn im Westen und der Einmündung der Platanenallee im Osten sind aufeinander abgestimmt. Neun Anlagen und eine reine Fußgängerampel arbeiten tagsüber im sogenannten koordinierten Betrieb. Zuletzt war an der Kreuzung der Wormser Straße mit der Fabrikstraße eine Lichtsignalanlage ergänzt worden, um die Einkaufsmärkte zu erschließen.

Diese neue Anlage wird nach häufig geäußerter Meinung als Ursache für den schlechten Verkehrsfluss angesehen. Jedenfalls hat sich die Staulänge vergrößert, aber auch verlagert. Hessen Mobil weist auf die Situation hin, bevor dort die Ampel aufgestellt wurden. Damals war es bereits zu Staus vor der Unterführung der Bahnlinie, also weiter in Richtung Innenstadt, gekommen. Im Berufsverkehr standen die Fahrzeuge vor der Einmündung zur Rodensteinstraße (B3).

Auf die Frage der CDU, welche weiteren Änderungen am Knotenpunkt Wormser Straße/Fabrikstraße denkbar sind, haben die Fachleute angegeben, dass sich die Grünzeiten für die Fahrzeuge aus der Fabrikstraße verkürzen ließen. Dies könnte sich positiv auf den Verkehr auf der B47 auswirken, würde allerdings den Abfluss aus der einmündenden Straße beeinträchtigen.

Eine isolierte Betrachtung einzelner Anlagen sei jedoch nicht zielführend. Aufgrund der Koordinierung der Ampelschaltung müsste der gesamte Straßenzug überprüft werden. Mit einer Simulation könnte man die Auswirkungen auf die Strecke prüfen, hierzu müsste zunächst eine Verkehrszählung an allen betroffenen Kreuzungen durchgeführt werden.

„Insbesondere die Wormser Straße muss eingehend betrachtet werden. Spätestens mit dem Verkehrsentwicklungsplan, den die Stadt gerade neu aufstellt, sind die Daten zu erheben und Maßnahmen vorzusehen“, erklärt Stadtverordneter Carmelo Torre für die CDU. Damit soll geklärt werden, wie sich eine deutliche Verbesserung der Situation erreichen lässt.

Die Christdemokraten schlagen vor, die Erweiterung der Fahrbahn auf der Wormser Straße stadteinwärts auf zwei Spuren zu prüfen - konkret vor der Einmündung der Fabrikstraße. Dies könnte die Aufstellfläche vergrößern und bei einer Grünzeit mehr Fahrzeuge als bisher die Kreuzung bei passieren. Zu klären ist, ob sich damit der Verkehrsfluss insgesamt verbessern oder die Staulänge nur punktuell verkürzen lässt.

Darüber hinaus sollen weitere Strecken, die innerorts von der Autobahnabfahrt kommend nach Osten führen, betrachtet werden. Weil - auch durch das neue Wohngebiet auf dem ehemaligen EKZ-Gelände - künftig eher mehr Verkehr zu erwarten ist, geht es um eine Entlastung der Wormser Straße. Die Frage ist, ob gerade südlich eine solche Möglichkeit mit der erforderlichen Kapazität vorstellbar wäre. Dort besteht derzeit nur die Verbindung durch die enge Sirona-Unterführung unter der Bahnstrecke.

Wenngleich keine Lösung erkennbar ist, die kurzfristig umsetzbar wäre, will sich die CDU-Fraktion weiter mit dem Thema befassen. Insbesondere bei der Erstellung des Verkehrsentwicklungsplans will sie darauf hinwirken, dass Probleme behandelt und dazu Vorschläge für weiterführende Maßnahmen erarbeitet werden.

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